Wölfe sind nicht dumm

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Als Rudeltiere arbeiten Wölfe auf der Jagd im Team zusammen. Je nach Art des Territoriums haben die Wölfe unterschiedliche Taktiken. Sie umkreisen eine Beute oder trieben sie sich diese gegenseitig zu, wenn sie genügend Deckungsmöglichkeiten haben. Sie suchen sich aus den Herden schwache, alte oder verletzte Tiere raus, und trennen diese von der Herdengemeinschft. 
Um herauszubekommen welches Tier aus der Herde sich als Beute eignet, starten die Wölfe Scheinangriffe und testen so die einzelnen Tiere. In Deckungsarmen Gebieten sieht die Jagdtaktik anders aus. Hier wird zwar auch ein einzelnes Tier von der Herde getrennt, aber das gegenseitige “sich zuspielen” fällt weg.

Ein angehendes Wildschwein( 3 – 4 Jahre alt Gewicht ca. 100kg ) zu erbeuten bedarf es Erfahrung. Erfahrene Wölfe halten das Wildschwein im Gebrech ( das Maul, vorderer Kopf ) erst dann kommen die anderen Wölfe dazu

„Die Wölfe checken für sich die Lage. Als hochintelligente Jäger taxieren sie bei uns das Risiko ein, das vom Menschen für sie ausgeht“.

Grundsätzlich muss jeder Tierhalter seine in Obhut genommenen und gefährdeten Tiere auch gut schützen, sei es mit einem Zaun, Hirtetätigkeit oder feste Installation. Vergrämung bzw. Vergrämen (aus der Jägersprache, Wortherkunft von Gram: ursprüngliche Bedeutung „Groll“, heute eher „Sorge“) bezeichnet das dauerhafte Vertreiben (Verscheuchen) oder Fernhalten von Wild – gewollt oder unabsichtlich (z. B. durch Lärmen oder weiße Kleidung im Revier). In Bezug auf eingewanderte Groß-Raubtiere (auch Beutegreifer oder Prädatoren) verringerten Herdenschutzmaßnahmen wie Herdenschutzhunde oder Flatterbänder die Verluste an Nutztieren in nachgewiesenen 90 Prozent der Fälle.

Ein Stromzaun ist ein VERGRÄMUNGSMITTEL und sollte frühzeitig, schon vor dem überspringen des Festzaunes eine Effektive Vergrämungsmaßnahme sein.
In der Regel würde eine Stromführende Litze in Höhe von 45cm mit Flatterbandkennzeichnung den Wolf schon vor dem überspringen des Festzaunes abhalten. 

Allgemeine Grundsätze zur Weidesicherheit beim Einsatz von Zäunen:
– Tägliche Kontrolle der Koppel hinsichtlich Hütesicherheit/ Funktionsfähigkeit des Zaunes und Wohlergehen der Nutztiere.

– Gräben oder Gewässer immer mit auskoppeln – über offene Gräben können Wölfe leicht in die Umzäunung eindringen.

– Von angrenzenden Böschungen und anderen höheren Gegenständen (z.B. Heuballen) genügend Abstand halten, da sie als Übersprunghilfe dienen können

– Zäune lückenlos aufbauen und auf einen bodengleichen Abschluss achten

– Bei Elektrozäunen auf eine gute Erdung des Weidestromgerätes achten. Außerdem stets die Mindestspannung (ca. 2500V) am gesamten Elektrozaun einhalten.

– Elektrozäune außerhalb der Weidesaison nicht ohne Stromversorgung stehen lassen, da Wölfe sonst leicht erlernen können, dass diese Zäune überwindbar sind.

– Elektrozäune sollten nicht durchhängen, sondern die Mindesthöhe auf der gesamten Zaunlänge aufweisen. Dafür ist insbesondere das Abspannen der Eckpfähle wichtig.

– Die Koppel so groß gestalten, dass die Nutztiere im Falle eines Übergriffs genügend Ausweichmöglichkeiten haben und nicht in Panik ausbrechen.

– Wenn kein geeigneter Zaun vorhanden ist, die Nutztiere über Nacht im Stall oder in einem gesicherten Nachtpferch unterbringen.

weidezaun-info.de